Pfade - Oder
Ankunft
Frankfurt an der Oder. Das Nadelöhr am Grenzfluss,
an der Brücke nach Osten. Gerädert von 36 Stunden Zugfahrt steige
ich aus dem Petersburger Waggon. Nach anderthalb Jahren Zivildienst in Russland.
Mir rinnt ein Schauer über den Rücken. Wie wird es sein, dieses Deutschland,
die neue Stadt, das Studium? ![]()
McDonald's ist einfach gut
Morgens um acht, Grenzübergang nach Polen. Die Autoschlange
schiebt sich langsam voran. Ein Frankfurter verkauft am Straßenrand die "Bild
am Sonntag". Die Zöllner sind müde. Erste Einkaufstouristen laufen über die
Stadtbrücke nach Slubice. ![]()
Saure-Gurken-Zeit
Staub weht durch die Slubicer Zigarettenstraße, von den
Balkonen hängen prächtige Geranien, ein Rentner hält von seinem
Fenstersims Ausschau nach besseren Zeiten. Kinder spielen auf dem Gehweg. Deutsche
Einkaufstouristen schleichen zur Wechselstube im "Restaurant Europa", vor dem
ein Späher mit Feldstecher den Kurs der Konkurrenz ein paar Häuser
weiter beobachtet. ![]()
Auf Biegen und Brechen
Achim Scharbatke ist aus Rheinhausen nach Frankfurt gekommen,
um dabei zu sein, wenn die von ihm konstruierte Brücke auf der Oder montiert
wird. Ein Taxifahrer fährt ihn vom Bahnhof aus durch die Stadt und erklärt
ihm die Situation: "Nix los hier. Total tote Hose. ![]()
Leben in Słubice zeigt Nebenwirkungen
Seit langem unrasiert, etwas verschwitzt und mit einem post-sowjetischen Brillengestell ausgerüstet betrat ich kürzlich die Frankfurter Lenné-Apotheke und verlangte in meiner Muttersprache nach einem Medikament. Der Apotheker fragte bei seiner Frau nach, die von hinten rief: "Ich weiß schon wofür die das benutzen - das gibt's nicht mehr."
Weitere Beobachtungen: www.slubice.de & www.frankfurt.pl